26. September 2021

Wer möcht no vum Chugellager?

Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres begab sich der Turnverein auf eine von „Chefan“ organisierte Turnfahrt. Das Ziel am vergangenen Wochenende war die SAC Leglerhütte in den Glarner Alpen. Die Reise brachte viele Erkenntnisse mit sich.

Die erste Erkenntis überkam die Gruppe an ursprünglich 16 Turnern bereits einige Tage vor dem Start der Turnfahrt: Nämlich dass es in den Reihen des TVO einige Schönwetter-Wanderer hat. Vom angekündigten leichten Schneefall und den im unteren einstelligen Bereich liegenden Temperaturen liessen sich sage und schreibe drei Turner in die Knie zwingen und sagten ihre Teilnahme noch ab…

Die sodann noch 13 Turner umfassende Gruppe nahm am Samstagmorgen im Pöstlibeck eine ausgiebige Stärkung zu sich und begab sich anschliessend auf die mehrstündige Anreise ins Glarnerland. Hier die zweite Erkenntnis: Eine Busfahrt à la indischem Hochland über Stock und Stein auf unbefestigten und ultraschmalen Kieswegen gibt es auch in der Schweiz. Aufgrund einer Baustelle führte die Busstrecke zur Talstation der Bergbahn Mettmen nämlich quasi querfeldein.

Nach weiteren Stärkungen in der Bergstation und einer lautstark verkündeten Reservation für Sonntagmittag im selben Restaurant, zog die Gruppe wildentschlossen los die Berge hinauf. Die Sonne schien zum Glück nur teilweise in strömen, oft begnügte sie sich damit, hinter den Wolken zu bleiben. Nach einem verdächtig gemächlichen ersten Streckenteil stieg der Wanderpfad steil an – die allenthalben entgegenkommenden Wanderer mit ihren „Es gaht dänn no es zimlichs Stuck“- und „Es wird nüme eifacher“-Sätzen waren da keine Hilfe. Sodann die dritte Erkenntnis: Aus dem gemeinsamen Aufstieg wurde nichts, zu unterschiedlich waren die körperlichen Voraussetzungen und zu hoch der Tribut der nicht nur alkoholfreien Flüssigkeitszufuhr von zwischendurch. Oben an kamen alle – ausser Atem, teils im Elend, aber sicher jeder zufrieden. Und die 7,8m Fernsicht entschädigten alles.

Die Anstrengungen machten durstig und hungrig. Und obwohl es bis zum Znacht noch die eine oder andere Stunde zu überbrücken galt, trieben die Turner motiviert die Umsatzkurve des Wirtepaars in der Leglerhütte schnell nach oben. Weitere Erkenntnisse: Es schneite nicht so viel wie angekündigt, sondern viel mehr (zum Glück nur in der Nacht und es war weniger kalt als erwartet), Rüebli mit Erbsli heissen neu Chugellager, die WC-Spülung besteht aus einem Pedal, das nachts nicht getreten werden darf, die Altglassammelstelle bei der Leglerhütte muss erst noch in Betrieb genommen werden.

Am Sonntag gings zurück, wieder mit neuen Erkenntnissen, hier der Tag in Kurzfassung: Milch kann wässrig sein, ein Abstieg kann überraschend viele Aufstiege enthalten, in der Bergstation Mettmen gibt es hervorragende Corndonbleue, vor deinen Nachbarn bist du nicht einmal in Schwanden sicher und Chefan hat einfach abermals eine geile Reise organisiert!

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