Wetterbedingt mussten wir diese Wanderung um 1 Woche verschieben. Die Verschiebung war tatsächlich goldrichtig, denn das Wetter zeigte sich wahrlich überaus prächtig am heutigen Tag!
Mit dem Postauto in Affoltern angekommen, suchten wir uns einen der spärlichen Sitzplätze in der S5. Die SBB führte uns über den HB Zürich, Züri-Oberland, nach Rapperswil, wo wir, um in den «Zigerschlitz» bzw. konkret nach Schwanden zu gelangen, sofort in die S6 umsteigen mussten.
An der heutigen, vom Aktuar organisierten Glarner,- oder eben Zigerschlitz-Tageswanderung, nahmen flotte 19 Kameraden teil. Und kaum im Bhf Schwanden angekommen, steuerten wir umgehend der traditionsreichen Brauerei Gasthof Adler zu, wo bereits Kafi und Gipfeli auf uns warteten. Die Adler-Brauerei ist zudem die einzige verbliebene gewerbsmässige Brauerei im Kanton Glarus, auf die – gemäss Adler-Wirtin Frau Azevedo – nachvollziehbarerweise praktisch alle Glarner auch mächtig stolz sein sollen.
Daraufhin starteten wir unsere Wanderung, der ansonsten wasserträchtigen und oft auch recht wildverlaufenen «Linth» entlang (sie entspringt bekanntlich im Tödi-Massiv), Richtung Mitlödi und stets mit Blick auf die gegenüber liegenden wuchtig erscheinenden Glarner-Berggranden bzw. der Glärnischkette.
Im Dörfchen Mitlödi angekommen, gings bald einige Höhenmeter über eine Trepp führend hoch (mit entsprechender Bergpreiswertung – nur der Sieger darf aus Datenschutzgründen leider nicht mit vollem Namen -nur H.U.v.A.- genannt werden!), dann durch eine Waldpartie namens «Stählimaad», wo wir nach ca. 1 Std. das weitgehend gemütliche Wandertempo unterbrachen, um den obligaten Apéro vom Wanderleiter geniessen zu können. Nach knapp 30-minütiger Apéro-Pause brachen wir auf zur, im übertragenen Sinne gemeinten, «letzten Meile».

Nach erwähnter Waldpartie gings hinunter auf den offiziellen SchweizMobil-Wanderweg und dann entlang dem schön gelegenen Bauernhof «Hüsliguet», strikt Richtung Restaurant.
Übrigens, das Schöne wie Überraschende ist doch, dass wir Veteranen während unseren jeweiligen Wanderungen auch immer wieder neue und bislang eher unbekannte Gegenden wie auch Restaurants kennen lernen dürfen! Und heute gastierten wir in der leicht versteckten, am Waldrand sich befindenden schönen Waldwirtschaft «Uschenriet». N.B. Für eine «liebevolle» Übernachtung kann hier sogar ein rustikal ausgebauter Original-Zirkus Knie-Wagen gebucht werden und dies nicht zuletzt, bei vermutlich aphrodisierndem Kerzenlicht! Ob seitens eines Kameraden hernach eine Buchung erfolgte, ist dem Schreibenden zurzeit nicht bekannt!
Die in der idyllisch gelegenen Waldwirtschaft aufgetischten und vorab ausgesuchten Menüs waren vorzüglich und der Service unter Ägide von Serviceleiter Ben und Nadine war überaus engagiert und nett, was bei einer so flotten und noch recht jugendlich (!) wirkenden Gästeschar, nicht wirklich eine Überraschung darstellte. Ein Gläschen Wein oder ein fein gezapftes Adler-Bier werteten das feine Mittagessen natürlich auf. Und wie so oft, geniessen einige Kameraden hinterher auch noch ein spezielles Dessert und andere wiederum, ziehen ein passendes und vor allem vorzüglich wirkendes Verdauerli vor!


Nach gut 2-stündiger Mittagspause starteten wir die letzten rund 5 Kilometer, zuerst zur Anhöhe Uschenberg, dann über grüne Matten und der schönen Waldpartie Chilchenwald entlang, Richtung Ennenda. Oberhalb der Talstation Aeugstenbahn gings auf abwechslungsreichem Wanderwerg und mit Blick zum überaus markanten Glarner Hausberg «Vorderer Glärnisch» zur Kreuzung «Ännetrösligen». Danach durchliefen wir das zum Teil recht schmucke Oberdorf von Ennenda und man konnte «von oben» gut feststellen, wie Glarus und Ennenda sich schier wie eine zusammengewachsene Gemeinde darstellen, obwohl es faktisch getrennte Gemeinden sind. Und gemäss Einheimischen soll der Linthverlauf die zwei Gemeinden wichtiger-, und richtigerweise auch klar trennen!




Daraufhin überquerten wir bald die Linth und konnten sogleich auch den Bhf Glarus ausmachen. Der Wanderleiter scheint tatsächlich recht ortskundig zu sein, denn er führte uns schnurstracks zum sogenannten Glarner-Volksgarten. Ein überaus schöner Park, mit einem wirklich einzigartigen schönen Baumbestand und mächtig sprudelndem Springbrunnen, und das in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof.
Uns Veteranen würde bekannterweise etwas Wichtiges fehlen, wenn hier nicht auch ein durstlöschender finaler Schlumi möglich gewesen wäre! Die hier im Volksgarten über die Sommermonate installierte mobile «Gastro-Rollbar» zapfte uns dann ein gutes süffiges Bier (selbstredend ein «Adler») und wir prosteten uns gerne zu, im Wissen darum, einmal mehr einen schönen und zufriedenen Veteranen-Wandertag zusammen erlebt zu haben. Mitte Oktober geht’s dann bekanntlich ins Tessin, wo Kamerad Christian uns wohl auch wieder überraschen wird.
Werni Frei

