16. Oktober 2026

S’hät mi greizt aber denn hani mer gseit: „Nei, du bisch erwachse“ – Vorstandsreise 2026

Am Samstag um 9:00 Uhr trafen wir uns gemütlich im Pöschtli Beck. Eine Minute zu spät kommen rächte sich, hatte es doch bereits keine Gipfeli mit Ei mehr! Zum Glück konnten die Betroffenen sich direkt beim Chef persönlich beschweren. Nach der Stärkung machten wir uns, erfreulicherweise mit allem Gepäck, auf den Weg in Richtung Montreux. Das Navi zeigte eine lange Reise an, und leider auch bald orange Zahlen. Das reservierte Restaurant meldete sich dann jedoch mit einer Absage – es war gar nicht geöffnet – somit war die Verspätung ja nicht so wichtig. Es entwickelte sich eine Diskussion, ob nun die Umfahrung des Navis schneller war, oder nicht. Grundsätzlich lande man damit sowieso in irgend einer 30er Zone war die eine Meinung – aber immerhin könne man dann dem Navi die Schuld geben, die andere. Und so gings ab der Autobahn… in eine 30er Zone.

In Montreux angekommen wurden zuerst die Sensoren der Garage noch getestet. Zum Leidwesen einiger Vorstandsmitglieder konnten wir beim Puppenspieler nicht lange verweilen, der Tisch im neu reservierten Restaurant wartete schliesslich auf uns. Trotz teils mangelnder Sprachkenntnisse bekamen alle das, was sie sich vorgestellt hatten – wenn auch die Portionen nicht alle so gross ausfielen wie gewünscht. Als Verdauungsspaziergang wurde uns dann der Weg dem See entlang zum Schloss Chillon vorgeschlagen. Die 30 Minuten laufen dieser 10-minütigen Wanderung waren wirklich wunderschön! Immerhin war es grösstenteils schattig, das Schloss sah auch ganz hübsch aus und mit dem Glace am Zwischenhalt waren wieder genügend Kräfte vorhanden für den Weg zurück.

Weiter ging es für uns durch viele Baustellen und Kurven hoch nach Leukerbad. Eine angenehme Frische empfing uns – was für eine tolle Abwechslung! Das Airbnb wurde begutachtet und schon entstand eine gewisse Spannung um den Anspruch auf den übergrossen Eisbären, der in einem der Zimmer gefunden worden war. Doch wir hatten ja noch etwas vor, und so ging es bei wunderbar angenehmen Temperaturen hoch zur Minigolfanlage. Direkt unter dem Dinosauriergehege gelegen, inmitten der wunderschönen Berge warteten 18 Bahnen auf uns. Verschiedenste Taktiken wurden ausprobiert. Bei den einen wurde fast schon mantra-mässig „Einfallswinkel = Ausfallswinkel“ gemurmelt, andere liessen ihre Bälle im Schlamm waschen. Die am Ende wirkungsvollste Methode? Man musste dem Ball halt einfach erklären, wo er denn hingehöre, dann geht er dann schon da rein.

Nachdem wir aus der letzten Bahn nicht schlau wurden, machten wir uns auf in Richtung Dorfplatz. Laut unserer Vermieterin gab es dort noch eine Bühne mit Musik. Dort angekommen war unser Hunger dann aber grösser, und wir begaben uns durch die Gässlein in ein Restaurant. Danach blieb uns noch eine halbe Stunde bis zur Nachtruhe im Dorf – die wurde wahlweise mit tanzen (Abba geht schliesslich immer) oder diskutieren verbracht. Die Zugabe schien dann eine besondere Wirkung zu haben – Asterix und sein Zaubertrank wären neidisch auf so einen Energieschub! Zurück in der Wohnung gab es dann noch eine Runde Scopa. Trotz der späten Stunde wagten wir uns an das (für die meisten) neue Kartenspiel. Böse Zungen behaupten, man könne gar nicht gewinnen neben gewissen Personen und man wäre natürlich viel besser neben anderen. Wir waren jedoch bereits zu müde, um die Theorie noch zu testen und so gings ab ins Bett.

Sonntagmorgen machten wir uns auf zur nächsten offenen Bäckerei. Zu Fuss, denn Parkplätze waren da keine vorhanden. Durch alle Baustellen ging es dann zurück bis nach Sion. Wer hätte gedacht, dass unebene Strassen von Uhren auch als „gelaufene Stockwerke“ gezählt werden? Kein Wunder hatten wir teils so kuriose Schrittzahlen! In der Alaïa Bay hiess es für uns Wetsuit fassen und dann warten. Wie gut wohl diejenigen surfen konnten, die neben uns noch Fotos und Videos machten in jensten Posen? Antwort: Ungefähr so gut, wie Pelzchrägli Skifahren können. Wir waren nach der simultan übersetzten Theoriestunde jedoch bereit für die Wellen. Dabei war unsere Sportlichkeit definitiv ein Vorteil. Während die ersten Wellen noch rasch endeten, konnten wir alle am Schluss mindestens eine ganze Welle auf dem Brett bleiben. Und hey – mehr Zeit im Wasser hiess auch mehr Abkühlung!

Die Stunde aus paddeln und surfen war dann schneller rum als gedacht – aber auch strenger als gedacht. Wir genossen noch ein kurzes Mittagessen im Restaurant bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Unser Vertrauen ins Navi wurde einmal mehr mit einer 30er Zone belohnt, und den exakt gleichen Autos neben uns, als wir endlich wieder zurück auf der Autobahn waren. Müde kamen wir am Abend wieder in Obfelden an.

Was haben wir gelernt? Im Vergleich zu Wrocław im letzten Jahr sind wir definitiv weniger gelaufen – aber die Schrittzählervergleiche (und die unterschiedlich langen Schrittlängen) blieben bestehen. Man kann die Zeit auch messen, indem man schaut, wann der nächste Snack fällig wird. Und ob man dem Navi vertrauen möchte hängt vor allem davon ab, ob man gerne 30er Zonen fährt.

Ein grosses Merci an Noel für die Organisation!