„Da muesch nüt mache, eifach triibe lah!“

Das traditionelle Böötle mit eigenem Floss bot auch dieses Jahr viel Unterhaltung. Wie immer verzog sich die Sonne – nach Wochen mit heissen Temperaturen – pünktlich auf unseren Ausflug. Aber die Frauen und Männer liessen sich nicht unterkriegen.

Was wurde diskutiert an diesem Samstagvormittag: Durchführen oder nicht? Hält das Wetter? Wann kommt die vermeintlich grosse Schlechtwetterfront? Die Lösung: Wir können nur Gewissheit haben, wenn wir das Böötle durchziehen.

Gesagt – getan. Ab ging’s mit Lieferwagen und Anhäger Richtung Luzern, flugs wurde das Floss zusammengeschraubt, Tisch und Bänke montiert und ab ging die Post. Von der Sonne zwar keine Spur, doch vom Regen auch nicht. Und so wurde bald einmal hämisch gelacht über die beiden Schönwetter-Flossfahrer, die sich trotz unseres Elans lieber zu Hause verkrochen haben 🙂 Unsere nun 10-köpfige Gruppe genoss die Zeit auf dem Floss sichtlich. Bemerkenswert: Hunger und Durst kommen auch ohne Sonne relativ zügig. Handy hervorkramen, Pizzakurrier anrufen und drei Pizza-Prosciutto plus ein paar kühlende Getränke zur Holzbrücke in Sins bestellen. Legendär! Wer hat schon Pizza auf dem Floss?

Nach der Stärkung dann der Übermut. Eigentlich waren die Steuer- und Paddel-Aufgaben klar verteilt. Einer der Mannen aber meuterte und griff sich ohne Einwilligung einer der beiden Pontonier-Stachel. Er wollte allen beweisen, dass auch er das Zeug zum Käpt’n hatte. Und er hatte es satt, dass es zwar hiess „Da muesch nüt mache, eifach triibe lah!“ und dann doch immer noch gesteuert werden musste, weil das Floss zum Ufer trieb. Doch siehe da: Unser möchtegern Piraten-Aspirant unterschätzte die Flusstiefe um mehrere Meter, fiel bei seinem Auftritt samt Stachel über Bord und verlor – zu allem Übel – auch noch den Stachel! Tropfnass hievten wir ihn wieder an Bord. Alle Stachel-Rettungsversuche blieben ohne Erfolg und unser Piraten-Floss wurde mit nur noch einem Steuer-Stachel eine leichte Beute für den Feind. Doch wir hatten Glück: niemand traute sich uns zu nahe und so verbrachten wir den Rest der Fahrt ohne weitere Zwischenfälle.

Dies einer der spassigen Einblicke in einen tollen Samstagnachmittag. Die Flossfahrt endete mit viel Gelächter, einigen piratischen „Arrrrrrr“s und einer kurzfristigen Verlängerung des Ausflugs bis Ottenbach. Später fanden sich alle in Wolsen ein und liessen den Abend bei Wurst, Salat, Kuchen und einigen Getränken ausklingen.

Herzlichen Dank allen Organisatoren!

 

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