Bericht von Cynthia Steigmeier
Am 20. Juni war es endlich so weit: Turnfest-Zeit! Bereits am Vormittag machten wir uns gemütlich auf den Weg nach Seengen. Dort wartete schon ein ganz besonderes Highlight auf uns: Der frisch umgebaute TV-Wagen feierte seine Turnfest-Premiere. Entsprechend gross war die Freude. Abgerundet damit, dass sogar gekühlte Getränke bereitstanden.
Nach dem Zeltaufbau standen zuerst die wirklich wichtigen Disziplinen auf dem Programm: Schatten suchen, Getränke kühlen und etwas Essbares auftreiben. Die Sonne meinte es nämlich mehr als gut mit uns.
Der Wettkampf begann für die Ringsektion nach dem Mittag. Zumindest theoretisch. Aufgrund einer Verspätung von über einer halben Stunde hatte die Leichtathletikgruppe ihr Kugelstossen bereits erledigt, bevor die Schaukelringe überhaupt starten konnten. Doch das Warten hat sich gelohnt: Trotz einiger Fehler gelang eine überzeugende Vorführung und ein gelungener Auftakt. Anschliessend ging es zum Schleuderball. Die Anlagen lagen dabei gefährlich nahe an Weg und Trottoir, was für zusätzliche Spannung sorgte. Glücklicherweise fanden die meisten Bälle (nur die meisten) den Weg in die gewünschte Richtung – sehr zur Erleichterung der Spaziergänger.
In der etwas kühleren Turnhalle ging es weiter mit dem Barren und Stufenbarren. Um auch hier Fotos zu haben kam ein Handy kurzerhand in den Genuss von Flugstunden, die es glücklicherweise problemlos überlebte. Beim Barren zeigte unsere Sektion eine starke Vorstellung. Besonders die Synchronität stimmte und die vielen Trainingsstunden machten sich bezahlt. Direkt danach übernahmen die Stufenbarren-Turnerinnen den Platz der Barrenturner. Zwar schlichen sich bei ihrer Vorführung einige kleine Fehler und wenige Stürze ein, trotzdem durfte man sich über eine Verbesserung gegenüber dem AZO vor drei Wochen freuen und die 9er Marke konnte mit dem neuen Programm von diesem Jahr geknackt werden. Wegen der Verzögerungen in den Hallen wurde es für einige Turnerinnen anschliessend hektisch: Schnell umziehen und rechtzeitig zum Team Aerobic sprinten! Dort wurde in der prallen Sonne mitgefiebert, mitgeklatscht und mitgeschwitzt. Auch das Team Aerobic konnte sich im Vergleich zum Wettkampf Ende Mai in einigen Punkten nochmals steigern.
Den sportlichen Schlusspunkt setzte die Pendelstafette. Praktischerweise lag die Laufbahn direkt oberhalb des Aerobic-Platzes, sodass die Zuschauer ihre Plätze nicht weit verlassen mussten. Die Staffel wurde lautstark angefeuert und konnte sich trotz eines Übertritts gegenüber dem Vorjahr klar verbessern. Oder wie man aus der Gruppe hörte: «Ohni de Übertritt hettemer es 9ii gha!» Nach dem Wettkampf wartete bereits die verdiente Belohnung: kaltes Bier. Damit wurden nicht nur die Temperaturen bekämpft, sondern auch die starken Leistungen gefeiert. Viel Zeit zum Anstossen blieb allerdings nicht, denn schon um 17 Uhr versammelten wir uns wieder beim TV-Wagen, um gemeinsam ins Festzelt zum Abendessen aufzubrechen. Der Hunger hielt sich bei den extremen Temperaturen zwar in Grenzen, dennoch wurden die Energiespeicher für den langen Abend aufgefüllt. Traditionell durfte natürlich auch das legendäre «Pferderennen» nicht fehlen.
Während einige danach in einer gemütlichen Runde beim TV-Wagen zusammensassen, zog es andere zur Abkühlung in den See. Auch dort wurde es nicht langweilig: Der Badespass wurde kurzzeitig von einem überraschend auftauchenden Kursschiff unterbrochen. Auf dem Rückweg zum Festgelände stellten einige zudem ihre Leidensfähigkeit beim Barfusslaufen unter Beweis. Als die Sonne langsam nachliess und die Spiele «oh muni mei» und Werwölfeln beendet wurden, verlagerte sich das Geschehen ins Festzelt. Zur Musik der Band wurde gesungen und gefeiert (und selbstverständlich weitergeschwitzt). Um Mitternacht stellten sich einige dem obligatorischen Unterhosenrennen, andere erfüllten wichtige Missionen wie das Erobern von Helfer-T-Shirts. Nach Mitternacht sorgte ein Snack beim TV-Wagen nochmals für neue Energie. Im Verlauf der Nacht verschwanden nach und nach immer mehr Turnerinnen und Turner in Richtung Zelte. Von den Letzten wird allerdings gemunkelt, dass sie erst kurz vor Betriebsschluss des Barzelts den Weg in ihre Schlafsäcke fanden.
Am Sonntagmorgen sorgte die Sonne dafür, dass das Ausschlafen nicht allzu lange möglich war. Schon früh wurde es in den Zelten hell und warm – zu warm, um weiter zu schlafen. Nach und nach fanden immer mehr Vereinsmitglieder den Weg zum TV-Wagen. Während einige motiviert loszogen, um sich im Festzelt ein wohlverdientes Frühstück zu sichern, sassen andere noch etwas «verdruckt» in den Campingstühlen und versuchten zuerst, wieder vollständig im Tag anzukommen. Gemeinsam wurden anschliessend die Zelte abgebaut, der TV-Wagen reisefertig gemacht und die letzten Habseligkeiten zusammengesucht. Dank vieler helfender Hände war alles schnell verstaut. Mit müden Beinen, etwas weniger Schlaf als geplant, aber vielen schönen Erinnerungen im Gepäck machten wir uns schliesslich auf den Heimweg.
So ging ein erfolgreiches, heisses und unvergessliches Turnfest-Wochenende zu Ende: mit tollen Leistungen, bester Stimmung und jeder Menge Geschichten, die uns noch lange begleiten werden. Mit einem Total von 26.65 wurden wir 20. von 39 Vereinen in der ersten Stärkeklasse. Mit folgenden Noten konnten wir den Wettkampf beenden:
| Schleuderball | 8.79 |
| Kugelstossen | 8.51 |
| Pendelstafette | 8.92 |
| Team Aerobic | 8.33 |
| Schaukelringe | 9.22 |
| Barren | 9.21 |
| Schlulstufenbarren | 9.09 |































































































































