1. März 2024

Turnverein und Damenriege fusionieren

Am vergangenen Freitag, um 22.19 Uhr stand die Entscheidung fest. Die Aktivriege als Stammsektion hatte an der GV entschieden. 41 Stimmberechtigte (daneben fünf Nein- Stimmen oder Enthaltungen) sagten Ja zur Fusion mit der Damenriege. Bereits zwei Tage früher hatte auch diese an ihrer GV der Fusion zugestimmt. Somit war man sich einig.

Seit der letzten GV wurden die Mitglieder der beiden Riegen durch die damals beschlossene Arbeitsgruppe über das Projekt auf dem Laufenden gehalten. Jeweils drei Mitglieder aus den beiden Riegen waren in der Arbeitsgruppe mit dabei.

Der Aufwand hat sich gelohnt

Die Co-Leitung übernahm der ehemalige Vereinspräsident Davide Anderegg zusammen mit Melanie Häberling. Er informierte an der GV auch nochmals kurz über das Projekt mit der mehrmals wiederholten Botschaft, dass man der Fusion zustimmen sollte. Nach der Entscheidung sagte er zur Sache: „Es ist gut so. Die ganze Arbeit, welche wir investiert hatten, hat sich gelohnt.“ Weiter führt er aus, dass es wichtig war, die Mitglieder so gut abzuholen. Dies wurde im vergangenen Jahr mit regelmässigen Informationen auf der Vereinswebsite, aber auch mit zwei Workshops für die Mitglieder der Aktiv- und Damenriege erreicht. Als Hauptgründe für die Fusion sieht er auf der einen Seite Doppelspurigkeiten in der Struktur, aber auch dass die ehrenamtliche Tätigkeit unter Druck stehe.

Kein Selbstläufer

Der Prozess mit unzähligen Dokumenten wie neuen Statuten oder Verträgen gestaltete sich für die Arbeitsgruppe aufwändiger als erwartet. „Wir merkten bald, dass es viel zu tun gibt. Aber wir hatten einen guten Zeitplan und nutzten einen hohen Sitzungsrhythmus.“ Dank den richtigen Leuten in der Gruppe und gegenseitigem Verständnis, seien auch etwas längere Sitzungen kein Problem gewesen. Bis jetzt seien 15 Sitzungen – total über 250 Stunden – für die Arbeitsgruppe zusammengekommen.

Nach dem Entscheid gab es auch kritische Stimmen aus der Versammlung. So monierte ein Mitglied, dass es mit der Fusion nicht getan sei. Die grosse Arbeit starte erst jetzt. Nach der Versammlung sagte Dave dazu, dass man gerade in der Trainingspräsenz immer Schwankungen hatte. Dies müsse man fest im Auge behalten. „Ich glaube aber wirklich, dass die Fusion eine Chance sein kann, dass man zusammen eine neue Dynamik entwickelt“, und stellt danach noch klar: „Es ist wirklich kein Selbstläufer, einfach weil man jetzt fusioniert hat.“

Die Damenriege ist Geschichte

Als letzte Präsidentin der Damenriege wird Melanie Häberling in die Vereinsgeschichte eingehen. Sie zeigte sich nach dem Entscheid sehr erleichtert. Auch sie war neben ihren Aufgaben als Präsidentin in der Arbeitsgruppe engagiert. Auf die Frage nach den Gründen für die Fusion, sagte sie, dass man in den letzten Jahren Verschiedenes gespürt habe: „Wir hatten immer etwas weniger Mitglieder, immer etwas mehr Mühe Leute zu finden, welche Helfereinsätze leisteten und auch die Bereitschaft ein Ehrenamt zu übernehmen wurde immer kleiner.“ Melanie sagte aber auch, dass man schon heute sehr Vieles mit dem Turnverein unternehme, seien dies Trainingsweekends oder Turnfest-Teilnahmen. Die junge Generation komme sehr gut miteinander aus.

Zur aufgekommenen Kritik bezüglich Trainingspräsenz meint sie, dass man da in der Arbeitsgruppe schon einige Pläne vorbereitet habe, welche man noch einbringen werde. Man wolle da, vor allem auf die Jungen eingehen, da diese die Zukunft seien.

Abschliessend sagt sie, dass sie gerne Präsidentin der Damenriege gewesen sei. Sie habe ein lachendes und ein weinendes Auge: „Schade, dass es vorbei ist, aber ich bin froh, auch wieder mehr für meine Familie da zu sein und auch andere Projekte machen zu können. Gerade die letzten Jahre, auch zusammen mit Corona, seien mit zusätzlichen Aufgaben sehr fordernd gewesen.

Fusions-GV im Februar

Für die Arbeitsgruppe steht jetzt nochmals ein intensiver Monat an. Am 23. Februar findet die erste Generalversammlung des fusionierten Vereins statt. Diese wird jetzt im Detail vorbereitet. Die angekündigte  Absorptionsfusion werde dann rückwirkend auf den 1. Januar 2024 vollzogen. Damit wird die Damenriege wie erwähnt aufgelöst, aber alle Mitglieder werden übernommen. Wer also bisher zum Beispiel Ehrenmitglied in der Damenriege war, bekommt nun auch die Ehrenmitgliedschaft im neuen Gesamtverein.

Somit gibt es nach dieser speziellen Generalversammlung gute Aussichten für die Obfelder Turnerfamilie, aber sicher auch noch ganz viel Arbeit – für alle im Verein!