„Nachher rächts!“

Auf der vergangenen Turnfahrt erwischten die fünf TVO-Teilnehmer prächtiges Herbstwetter. Zu Fuss erkundigten sie das Gebiet rund um die Rigi. Auf der für alle aus dem Quintett unbekannten Strecke machten sie die Erfahrung, dass Distanzangaben von Einheimischen seine Tücken haben können.

Die Anreise zur Rigi wurde alternativ geplant und führte mit Bus und Bahn durch verschiedene Dörfer bis nach Vitznau. Die frische Morgenluft bei den verschiedenen Zwischenhalten belebte die Geister – zusammen mit einem Kaffee und mehreren Gipfeli – schnell.

Unverhoft wurde das Auffinden der kleinen Hinterbergen-Bahn zum ersten Prüfstein. Wo nur verbargen sich die beiden Seilbahnkabinen, die man manuell starten muss? Nach einer Wendeschlaufe auf einem lokalen Campingplatz – „Nei die wüssets au nöd!“ – zeigte sich die Miniatur-Talstation versteckt hinter einem kleinen Wäldchen doch noch. Oben lachte den Männern die Sonne ins Gesicht und voller Elan trotteten sie los via Gätterlipass gen Urmiberg. Vier der fünfen schätzten sich glücklich, ihre Sonnebrillen mitgenommen zu haben, während der fünfte mehr dem Schatten nach schlich. Vorbei an Bächen, Kühen, Kälbern, dazwischen einer fantastischen Sicht auf die Zentralschweizer Alpen und noch grünen Bergweiden verging die Zeit wie im Flug.

In der Hälfte der Strecke gönnten sich die Turner eine Stärkung mit einer feinen Käse-Speck-Aufschnitt-Platte in einem überraschend verrauchten Berglokal. Die mit Reif überzogenen Terrassenbänke liessen ihnen keine andere Wahl, als unerwartet ihre Passivrauchqualitäten unter Beweis zu stellen. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil, zu ausgelassen war die Gruppe unterwegs. Nach einem stärkenden Bier und einem Rat von der Hausherrin – „Eifach Richtig Timpel, nachher rächts, und dänn sinder fast scho det“ – zogen sie weiter. Nun Scherze klopfend und siegesgewiss, wurde das Tempo angezogen.

Doch siehe da. Unter dem Begriff „Nachher rächts“ versteckte sich nach einem halbstündigen flachen Teilstück auch ein 40 minütiger, gefühlt 120% Aufstieg auf der teils kühl-schattigen Bergrückseite, ebenso wie ein 15 minütiger Abstieg über kleine Geröllhalden und durch Laub versteckte und glitschige Wanderwege. Allein: Die fünf Männer liessen sich nicht kleinkriegen und erreichten hungrig um Punkt 14 Uhr das Restaurant Urmiberg. Im Ziel verköstigten sich alle herzhaft, genossen die Sonne und waren überrascht, als diese nach wenigen Stunden bereits wieder zu sinken begann. Eine empfehlenswerte Reise an einem Tag mit Kaiserwetter ging schnell zu Ende.

 

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